Haus P3

Errichtung eines Einfamilienhauses mit Nebengebäude und Garage

Ort: Leichlingen
Planung: 2013 - 2014
Realisierung: 2014 - 2015
Leistungen: Lph 1-8
BGF: 665 m²
BRI: 3.100 m³
Bauherr: privat

Die grundlegende Entwurfsidee des Objektes bildet die Neuinterpretation einer klassischen Hofsituation, die sich aus den lokalen Gegebenheiten, sowie den besonderen Ansprüchen der Bauherren begründet. Als solche lag bereits in der frühen Konzeptphase eine Ausbildung mehrerer Baukörper zu einem Ensemble nahe. Das Wohnhaus und das Garagengebäude sind um einen zentral angelegten Hof angeordnet. Ein geplantes Gästehaus wird zukünftig die Gesamtwirkung vervollständigen.

Die Gebäudekubaturen folgen in ihrer Ausbildung dieser Grundidee. Das Wohnhaus setzt sich aus einem massiven Baukörper mit Satteldach und ergänzenden, eingeschossigen Gebäudeteilen mit Flachdächern zusammen. Die Garage greift das Motiv des Satteldaches auf und präsentiert sich als moderne Umsetzung der traditionellen Scheune in handwerklicher Fachwerkbauweise.

Die sorgsame Auswahl der Materialien erfolgte unter eben diesen Gesichtspunkten. Während für die Fassaden der niedrigeren Gebäudeteile und der Garage eine Schalung aus unbehandeltem Lärchenholz verwendet wurde, erhielt der prägnante Baukörper des Haupthauses eine Fassade aus wiederverwendeten, über 100 Jahre alten belgischen Feldbrandziegeln. Im Zusammenspiel mit den klaren Formen des Entwurfs entwickelt sich daraus eine spannende Dualität – das klassische Konzept in Verbindung mit traditionellen Bauweisen und Materialien harmoniert mit einer modernen Formensprache und Gestaltung.

Über einen überdachten Vorbereich, optisch eingeschnitten in das massive Volumen des Baukörpers, gelangt man in das Innere des Wohnhauses. Auch hier setzt sich das Grundkonzept fort: Eine zentrale Empfangshalle verbindet das Erdgeschoss optisch und räumlich mit dem privateren Obergeschoss und schafft darüber hinaus Blickbezüge vom Hof bis zum Garten mit dem angrenzenden Landschaftsschutzgebiet. Die massive Haupttreppe wird in ihrer verbindenden Funktion betont und bildet den Schnittpunkt der beiden Hauptrichtungsachsen der Gebäudegeometrie. Als einer der Haupträume im Erdgeschoss gliedert sich die große Wohnküche an die Halle an. Sie greift die Idee der Wohnstube – dem Zentrum des traditionellen Landhauses – auf und setzt sie in ein Raumgefüge, dass sie um die Erfordernisse des modernen Lebens und der Bedürfnisse der Bauherren erweitert.

Die Wohnräume ermöglichen mit vielfältigen Sichtbeziehungen eine klare, offene Struktur und eine räumliche Großzügigkeit. Gleichzeitig bieten großformatige Schiebetüren und unterschiedlich gestaltete Bereiche stets die Möglichkeit einer privaten Rückzugsmöglichkeit. Das Haus passt sich den stetig wechselnden Bedingungen einer großen Familiengemeinschaft an und fördert gleichzeitig Zusammenleben, wie Individualität.